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Leseranfrage

Oberwellen im Stromnetz

Ausgabe 7/2021

Im Fachbeitrag „Messungen an mehreren Multifunktionsdruckern – Teil 2“ in ep 03/21 [1] kommt mir eine deutlich erkennbare Tatsache leider zu kurz bzw. wird gar nicht beachtet. Im Bild 16 und 17, sowie noch deutlicher im Bild 20 erkennt man eine deutliche Störung des Spannungsverlaufs im Anstieg der Sinuswelle. Im Umkehrschluss bedeutet es, dass viele nichtlineare Verbraucher (Netzteile mit Gleichrichter) im Netz vorhanden sind. Diese dürften so ziemlich alle mit X- und Y-Kondensatoren in ihren Netzfiltern ausgestattet sein. Diese Menge an Kondensatoren selbst reduziert bereits das Absinken der Netzspannung bei Beginn der Lastspitze durch den Multifunktionsdrucker. Dieses Absinken der Spannung reduziert, gebremst durch die Induktivitäten in den Netzfiltern, das weitere Laden der Gleichstromkreise der anderen Geräte im Versorgungsnetz. Dieser „Lastabwurf“ reduziert den Spannungsabfall zusätzlich.

Dieser Schwarm an Elektronik und Netzfiltern, verstärkt durch die vielen Y-Kondensatoren zwischen den aktiven Leitern und dem missbrauchten Schutzleiter, führt zu komplexen Strömen auf den (geerdeten) Verbindungen zwischen den Geräten selbst und dem Versorgungsnetz.

Zu der berechtigen Kritik an den Messmitteln „Netzanalysator“ anderer Hersteller möchte ich meine Vermutung anbringen, dass diese Bewusst auf eine Messung oberhalb der 49. Oberschwingung verzichten. Viele Kunden wollen das Unheil, vor allem was zwischen 2,5 kHz und 9 kHz geschieht, gar nicht zu Gesicht bekommen.

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