Energiebedarf beim Anlaufvorgang von ESL
Bezüglich der Verwendung von Energiesparlampen, ergibt sich die Frage, ob der Energiebedarf beim Einschalten im Vergleich zum Dauerbetrieb deutlich höher ist. Trifft es zu, dass eine Energiesparlampe für etwa 10 Minuten leuchten muss, damit sich das Einschalten lohnt?
Energiesparlampen (ESL) haben gegenüber
Glühlampen den Vorteil der besseren
Lichtausbeute (durchschnittlich 55 lm/W) und
der höheren Lebensdauer (~ 15000 h). Jedoch
wird direkt nach dem Einschalten nicht
unmittelbar der volle Lichtstrom abgegeben
(Anlaufverhalten) und die Lebensdauer der
ESL ist von der Schalthäufigkeit abhängig.
Da die Lichtstrom-Anlaufphase temperaturabhängig
ist, braucht die Lampe etwa 2 Minuten
um den Lichtstrom von 30 % zum Einschaltzeitpunkt
auf 90 % des Nennlichtstroms zu
erzeugen, weil zunächst das Plasma für die
Gasentladung aufgebaut werden muss. Dieser
Anlaufvorgang ist von der Umgebungstemperatur
(je höher desto schneller) und der
Lampenbrennstellung abhängig. Er geht jedoch
nicht mit erhöhtem Energiebedarf einher,
denn die Leistungsaufnahme der Lampen ist
während dieser zeitlichen Phase nicht höher
als im Normalbetrieb. Die meisten ESL sind
als sogenannte Warmstartgeräte ausgelegt,
wobei die Lampenelektroden vor dem Zünden
der Lampe 0,5 s bis 2 s vorgeheizt werden,
um so einen die Lampe schonenden Start zu
ermöglichen. Es gibt jedoch auch ESL für den
Kurzzeitbetrieb (z. B. Treppenhausbeleuchtung),
bei denen die Zündzeit nur 0,5 s beträgt
aber dennoch eine hohe Schaltanzahl erreicht
wird. Eine ausführliche Abhandlung über Technik
und Einsatz von ESL ist in [1] zu finden.
Schnor, R.: Fortschritte bei Energiesparlampen. Elektropraktiker, Berlin 63 (2009) 11, S. 881 886.