Installationshöhen für barrierefreies Wohnen
Welche Installationshöhen sind bei Lichtschaltern und Steckdosen in Objekten für altersgerechtes Wohnen vorgeschrieben?
Installationshöhen von Bedienelementen
für altersgerechtes Wohnen. In dieser
Anfrage wird davon ausgegangen, dass für ein
„altersgerechtes Wohnen“ Lichtschalter und
Steckdosen in anderer Höhe anzuordnen sind
als das für junge Menschen üblich ist. Seit
sehr vielen Jahren werden die Begrifflichkeiten
„altersgerechtes Wohnen“ sowie „altersgerechtes Bauen“ sehr häufig verwendet.
Prinzipiell ist darunter zu verstehen, dass die
Erfüllung der Bedürfnisse alter Menschen an
eine Wohnung und deren Wohnumgebung bei
den Planungsgrundsätzen und Empfehlungen
eine entsprechende Berücksichtigung finden
müssen. Es geht hierbei vor allem um Maßnahmen
gegen die im Alterungsprozess eintretende
Einschränkung der Mobilität, die z. B.
durch Barrierefreiheit, leichte Erreichbarkeit
und Zugänglichkeit von Einbaumöbeln und
Bedienelementen für Beleuchtung und das
Schalten von Geräten, Rutschsicherheit im
Bad- und WC-Bereich, Anordnung von Handläufen
und Notrufklingeln bis hin zum Einbau von
Aufzügen reicht. Einzelheiten hierzu sind dem
Abschnitt „Altersgerechtes Wohnen“ im Baulexikon
[1] zu entnehmen. Daraus ist zu ersehen, dass es sich noch nicht um einen
geschlossenen Komplex an Normen und Vorschriften
für diese wichtige Thematik handelt,
sodass sich konkrete Höhenvorgaben daraus
nicht ableiten lassen. Auch eine eindeutige
Definition, die technische Lösungen klar und
widerspruchsfrei festlegt, lässt sich aus [1]
nicht entnehmen.
Abhängigkeit von technischer Ausführung
der Wohnungen. Grundlage für die Anordnung
von Auslässen, Schaltern und Steckdosen bleiben weiterhin die im Abschnitt 5.3
in DIN 18015-3 getroffenen Festlegungen[2]. In Anmerkung 1 von [2] wird bereits
darauf hingewiesen, dass bei barrierefreien
Wohnungen abweichende Festlegungen in
den Normen der Reihe DIN 18025 festgelegt
sind. Aus dieser Normenreihe kommen in
Betracht:
- DIN 18025-2 „Barrierefreie Wohnungen“ [3] und
- DIN 18025-1 „Wohnungen für Rollstuhlbenutzer“ [4], die Abweichungen gegenüber [3] enthält.
Um Verwechselungen und Irrtümer auszuschließen,
ist es zu empfehlen, bei der Festlegung der Installationshöhen den Bezug auf
altersgerechtes Wohnen nicht zu erwähnen.
Barrierefreie Wohnungen sind nämlich nicht
nur für ältere Menschen, z. B. Senioren, sondern
auch generell empfehlenswert, weil sich
damit im privaten Bereich Unfälle vermeiden
lassen. Darüber hinaus gibt es auch viele jüngere
Rollstuhlfahrer, die auf eine entsprechende
Gestaltung ihres Wohnbereiches angewiesen
sind.
Ausgewählte Anordnung von Schaltern,
Tastern und Steckdosen. In Tafel {1} sind die
in den Normen [2], [3] und [4] ausgewiesenen
Vorzugsmaße über Installationshöhen sowie
Abstände von Schaltern und Steckdosen zu
Wänden ausgewiesen. Hier bedeutet „vorzugsweise“,
dass im konkreten Fall Detailangaben
und Ergänzungen in den angegebenen Normen
zu berücksichtigen sind. Bei Rollstuhlfahrern
ergeben sich zum Beispiel unterschiedliche
horizontale und vertikale Reichweiten sowie
Greifhöhen in Abhängigkeit von anderen Maßen,
die zueinander in Beziehung stehen.
Bilder
Baulexikon: Begriff Altengerechtes Wohnen; Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. www.baulexikon.de
Baulexikon: Begriff Altengerechtes Wohnen; Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen. www.baulexikon.de
DIN 18025-2:1992-12 Barrierefreie Wohnungen.
DIN 18025-1:1992-12 Wohnungen für Rollstuhlbenutzer.