Neutralleiterauslegung bei Oberschwingungen
In dem Fachbeitrag „Neutralleiterauslegung bei Oberschwingungen“ [1] der ep-Ausgabe 04/2015 wurde sehr ausführlich dargelegt, dass der Neutralleiterstrom das 1,6fache (nahezu Wurzel-3-fache) eines Außenleiters im Drehstromnetz erreichen kann, und dies mit einer herkömmlichen, dem heutigen Standard durchaus angemessenen Elektroinstallation.
Im Fachbeitrag „Der Neutralleiter wird so schnell nicht abbrennen“ [2] in ep 02/15 wurde über ein ähnliches Szenario berichtet. Jedoch heißt es dort: „In der Praxis wird der theoretische Faktor Wurzel 3 für den Neutralleiterstrom gegenüber den Außenleitern kaum jemals erreicht. Das Maximum mag um den Faktor 1 liegen.“
Da aus unserer Sicht diese beiden Artikel kontrovers zu betrachten sind, stellt sich für uns die Frage, welcher der beiden genannten Sachverhalte gültig ist. Wird bereits im Standart-Büro gemäß ep 04/15 der Neutralleiter um nahezu das Wurzel-3-fache überschritten oder ist dieses Szenario nur für Extreme gemäß ep 02/15 zu betrachten?
Da wir in der Planung keine Einzelfall-Messungen beim Kunden veranlassen können und dieser zum Zeitpunkt der Planung keine konkreten Aussagen zu den zum Einsatz kommenden Geräten treffen kann, wäre eine Aussage hierzu äußerst hilfreich.