DALI-Bus gemeinsam mit anderen Stromkreisen
Wir sind eine Elektrofirma, die vorwiegend im Bereich Gebäudetechnik tätig ist. Des Öfteren errichten wir Beleuchtungsanlagen mit DALI-Steuerungen. Dabei ist mir ein Sachverhalt aufgefallen, zu dem ich in den Normen keine passende Aussage gefunden habe:
In einem größeren Raum werden die Leuchten auf mehrere einphasige Stromkreise verteilt. Pro Stromkreis wird eine Leitung NYM-J 5 × 1,5 mm2 verlegt, in der die beiden freien Adern für den DALI-Bus genutzt
werden.
Im Installationsverteiler werden die DALI-Adern aus jeder Leitung miteinander verbunden und zum DALI-Steuergerät geführt. Damit sind in einer Leitung zwei „Stromkreise“ erfasst.
Wie ist die Situation zu bewerten, dass:
1. nach dem Freischalten einer Leitung mittels Leitungsschutzschalter der DALI-„Stromkreis“ nicht freigeschaltet ist;
2. dieser DALI-„Stromkreis“ ein FELV-Stromkreis ist und
3. als Stromkreis mit Netzspannung zu betrachten ist?
Es sollte zwar für eine Elektrofachkraft vorausgesetzt werden, dass diese beim Freischalten des Laststromkreises den DALI-Stromkreis mit freischaltet, jedoch sehe ich in der Praxis diese Voraussetzung nicht immer eingehalten.
Sollte nun durch irgendeinen Fehler in einem anderen Stromkreis die DALI-Leitung des freigeschalteten Stromkreises unter Netzspannung stehen, sehe ich hier eine große Gefahrenquelle.