Anschluss einer neuen Kreissäge
Für unsere Tischlerei wurde eine neue Kreissäge (Nennstrom 3 × 20 A) geliefert sowie durch den Hersteller über eine CEE-Steckvorrichtung (5 × 16 A) angeschlossen und in Betrieb genommen. Bereits kurze Zeit später kam es zu ersten Stromausfällen durch Auslösen des vorgeschalteten Fehlerstrom-Schutzschalters (63/0,03 A). An diesem RCD sind noch weitere Maschinen über CEE-Steckvorrichtungen angeschlossen.
Die Messung mit einer Stromzange (Typ Beha AC 50 A) ergab im Stand-by-Betrieb einen gemessenen Wert von 12,2 mA für die neue Säge. Im Leerlauf erhöhte sich der Wert minimal auf 13,2 mA.
Da RCDs bekanntlich schon ab 50 bis 70 % des angegebenen Fehlerstromes auslösen können, sehen wir hier eine mögliche Ursache. Nach Rücksprache mit dem Hersteller und dem Hinweis, dass der Fehlerstrom gemäß DIN VDE 0701-0702 in Verbindung mit der DGUV Vorschrift 3 bei diesem neuen Gerät zu hoch sei, bekamen wir folgende Antwort: „Die von Ihnen angeführte Norm VDE 0701-0702 trifft nicht auf stationäre Maschinen zu, sondern gilt nur für Haushaltsmaschinen, Kleingeräte und ortsveränderbare Maschinen und somit auch nicht für unser Produkt. Für Ihre Säge ist ein Fehlerstromschutzschalter Typ B mit 300 mA Voraussetzung. Dies wird auch vom Hersteller des Frequenzumrichters für die Drehzahlregelung vorgeschrieben.“
-
1. Hätte die Maschine durch den Hersteller so in Betrieb genommen werden dürfen?
-
2. Gehört zur Übergabe der neuen Maschine die Prüfung der Schutzmaßnahmen durch Besichtigen, Erproben und Messen? Muss ein Messprotokoll entsprechend der gültigen Vorschriften erstellt und dem Käufer übergeben werden?
-
3. Muss der geforderte RCD vom Typ B in Verbindung mit einem entsprechenden Leistungsschalter gemäß DIN VDE 0641 noch nachträglich geändert werden?
-
4. Ist dieser RCD mit 300 mA für CEE-Steckvorrichtungen überhaupt zulässig?